Demokratie hautnah erleben bei der Juniorwahl an der Märkischen Schule – ein Rückblick auf den Wahltag

Um 8:15 Uhr hat die erste Unterrichtsstunde längst begonnen, doch unsere Pausenhalle ist gut gefüllt. Die Gymnasiasten bahnen sich ihren Weg durch die Menge, schnell bildet sich eine Schlange – in Zeiten von Corona natürlich mit Abstand und Maske. Schülerausweise und Stifte werden bereitgehalten und die Lehrer blicken zufrieden auf ihre Schützlinge. Denn am letzten Dienstag stand für unsere Schüler*innen der Märkischen Schule etwas Besonderes auf dem Stundenplan: fünf Tage vor der Bundestagswahl gab die Schülerschaft ab der Jahrgangsstufe 8 bis zur Q2 ihre Stimme bei der Juniorwahl 2021 ab.

Am Sonntagabend nach 18 Uhr wird das sehnlichst erwartete Ergebnis der Wahl dann veröffentlicht – auch das unserer Schüler*innen.

An der Juniorwahl zur Bundestagswahl 2021 nehmen mehr als 45oo Schulen aus ganz Deutschland teil, um Demokratie praktisch zu erfahren und Wahlen zu erleben. Frau Dr. Guse-Becker betont den hohen Stellenwert von Demokratieerziehung in den Schulen und die damit verbundene soziale Verantwortung für die Schüler*innen, die „zu mündigen Bürgern, die ihre Entscheidungen rational begründen und in ihren Folgen überblicken, gebildet werden sollen.“ Daher haben sich in den letzten Wochen alle Klassen und Kurse im Fach Wirtschaft-Politik/Sozialwissenschaften mit Demokratie, Parteien und natürlich der Bundestagswahl auseinandergesetzt. So wurde z.B. der Wahl-O-Mat ausprobiert oder Wahlplakate kritisch unter die Lupe genommen.

Frieda aus der Einführungsphase, die noch nicht volljährig ist und somit am Wahlsonntag keine Kreuze setzen darf, lobt die Teilnahme an der Juniorwahl als „tolle Idee“ und ihre Mitschülerin Filda ergänzt: „Es ist richtig aufregend hier das Wählen zu üben, das ist eine neue Erfahrung für mich.“ Die Schlange rückt weiter, die beiden Mädchen müssen nun den Wahlhelfern der Jahrgangsstufe 9 im aufgebauten Wahllokal ihren Ausweis zeigen, um im Wählerverzeichnis identifiziert zu werden und ihren Stimmzettel zu erhalten. Damit verschwinden die beiden in den Wahlkabinen und können ungestört ihre Wahlentscheidung treffen.

Eine Wahl mit allen Schritten zu simulieren und ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die eigene Stimme wertvoll ist – das ist ein zentrales Anliegen der Organisatoren der Juniorwahl. Anna aus dem Leistungskurs Sozialwissenschaften der Qualifikationsphase 2 bringt es auf den Punkt: „Man lernt ja erst das Wählen und die Ergebnisse sind vielleicht ein Blick in die Zukunft. Was wählt die nächste Wählergeneration?“ Auch Jonas, der den Pädagogik-Leistungskurs der Qualifikationsphase 2 besucht, ist der Meinung, dass „junge Leute erst beginnen, sich mit Wahlen zu beschäftigen und dass ein Perspektivwechsel wichtig ist.“ Wie sein Mitschüler Belmin hat auch Jonas bereits seine Stimme für die Bundestagswahl per Briefwahl abgegeben und wartet mit Spannung auf den Wahlausgang am Sonntag. Dann kann er die Ergebnisse des Bundes mit denen der Märkischen Schule vergleichen. Jetzt werfen die zwei jungen Männer aber zunächst ihre Stimmzettel in die Wahlurne, bevor sie zurück in ihre Kursräume gehen und sich im Unterricht auf ihr bald anstehendes Abitur vorbereiten…