Unsere SV sagt ihre Meinung

Die frühe Schulöffnung sei “keine verantwortungsvolle Option”, der Meinung ist unsere Schülervertretung, die zur Zeit von Ben Schönhoff und Lara Chahrour (Q1) geleitet wird. Im Namen der Schülerschaft haben sie einen Brief an die Landesregierung geschrieben, in dem sie ihre Meinung kundtun und Antworten auf offene Fragen fordern. Auch die WAZ berichtete am 23.04. darüber.

Der Brief ging aber nicht nur nach Düsseldorf, sondern auch ins Bochumer Rathaus. Lesen Sie hier, was der Oberbürgermeister auf die Anliegen unserer SV antwortete.

Lieber Ben Schönhoff,
 
vielen Dank für Ihre Email vom 19.04.2020.
 
Die darin beschriebenen Sorgen und Nöte kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist eine herausfordernde Zeit, die uns allen immens viel abverlangt. Wir sorgen uns alle um geliebte Menschen, teilweise um die Existenz und vor allem um die Gesundheit – die eigene und der unseres Umfeldes. In dieser Zeit Konzentration und Motivation für das Schreiben von Prüfungen zu finden, stellt ohne jeden Zweifel eine ganz besondere Herausforderung dar. Daher kann ich ihre Bedenken und Sorgen gut nachvollziehen.
 
Leider lag die Entscheidung, ob die Schulen wieder geöffnet werden und wenn ja, wann und unter welchen Bedingungen nicht in den Kommunen selbst. Hier ist die zuständige Behörde, in dem Fall das Schulministerium, maßgebend und für den Lehrbetrieb verantwortlich. Der Entscheidung, die Ministerin Gebauer getroffen hat, müssen wir als Kommune nun Folge leisten.
 
In dem Fall heißt das konkret, dass wir nun dafür zuständig sind, die vorgegebenen Voraussetzungen für einen Hygienestandard in den Schulen zu schaffen, der sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) hält. Und hier versuchen wir natürlich bestmöglichen Schutz für alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen.
 
Um das regelmäßig notwendige Händewaschen zu ermöglichen, sorgen wir für ausreichend Seife und Einmalhandtüchern und statten die Schulen zusätzlich mit Handdesinfektionsmitteln aus. Damit hiermit sorgsam umgegangen wird, wird es nicht frei zugänglich sein, sondern nur über die Lehrer*innen eingesetzt werden können. Darüber hinaus wird eine Reinigungskraft anwesend sein, die in regelmäßigen Intervallen sämtliche Hand-Kontaktflächen sowie die Toiletten desinfizierend reinigt. Sie wird auch das regelmäßige Nachfüllen von Seife und Einmalhandtüchern sichern. Um die Einhaltung dieser Maßnahmen zu gewähren, gibt es für jede Schule einen Hygieneplan. Mit diesen Hygienestandards geht die Stadt Bochum weit über die vom RKI empfohlenen Maßnahmen hinaus.
 
Neben diesen Maßnahmen kommt es natürlich auch auf die Schülerinnen und Schüler selbst an. Sie müssen die Abstandsregel von 1,5 m halten (die Lehrerschaft bereitet in Zusammenarbeit mit den Schulhausmeistern die Klassenräume entsprechend vor). Außerdem gilt es das Einhalten der Hust- und Niesetikette zu beherzigen. Auch hierauf wird mit ausgehängten Piktogrammen aktiv hingewiesen werden.
 
Als Kommune versuchen wir Ihnen mit all diesen Maßnahmen ein paar Sorgen abzunehmen und das Risiko einer Ansteckung in den Schulräumen so gering wie möglich halten.  Was wir Ihnen natürlich nicht nehmen können, sind die Sorge um die fehlende Vorbereitung auf die anstehenden Prüfungen oder auch das Fehlen der nötigen Konzentration.
 
Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern trotz dieser ungewöhnlichen Zeiten dennoch ganz viel Erfolg für die jetzt anstehenden Prüfungen.
 
Alles Gute und bleiben Sie und Ihre Familien gesund!
 
Mit freundlichem Gruß
Thomas Eiskirch
Oberbürgermeister der Stadt Bochum